Nach Jahren der Erwartung nähert sich der Aston Martin Valhalla endlich der Produktion, und das Warten könnte sich lohnen. Mit nur 999 geplanten Einheiten stellt dieser limitierte Hypercar einen bedeutenden Schritt in der Mid-Engine-Evolution von Aston Martin dar. Die Produktion soll im zweiten Quartal 2025 beginnen. Bevor jedoch das erste Kundenfahrzeug aus Gaydon rollt, durchläuft der Valhalla seine letzte Runde strenger Validierungstests.
Leistungsstarkes Antriebssystem
Unter seiner skulptierten, kohlenstoffreichen Karosserie verbirgt der Valhalla den bisher leistungsstärksten V-8-Motor von Aston Martin. Basierend auf dem 4,0-Liter-V8-Doppelturbo aus der Mercedes-AMG GT Black Series leistet dieser Motor alleine 817 PS. Ergänzt wird das System durch zwei Elektromotoren an der Vorderachse, die weitere 248 PS liefern, was zu einer beeindruckenden Gesamtleistung von 1.065 PS und Allradantrieb führt.
Ein dritter Elektromotor, eingebaut in das Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe, fungiert sowohl als Starter als auch als Generator und unterstützt die Leistungsabgabe. Das Hybridsystem ermöglicht eingeschränktes rein elektrisches Fahren mit einer angegebenen Reichweite von 13,8 km und einer Höchstgeschwindigkeit von 129 km/h in diesem Modus. Sobald der V-8 einsetzt, beschleunigt der Valhalla in nur 2,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 350 km/h.
Echte Tests in Spanien und Großbritannien
Um sicherzustellen, dass diese Spitzentechnologie in der realen Welt einwandfrei funktioniert, hat Aston Martin den Valhalla umfassend getestet. Ein Prototyp wurde kürzlich auf dem IDIADA-Testgelände an der Mittelmeerküste Spaniens gesichtet, wo er Hochgeschwindigkeitsläufe und Handling-Tests auf trockenen und nassen Strecken absolvierte. Diese Sessions halfen den Ingenieuren, die aktive Aerodynamik, die thermischen Bremssysteme und die Lenkungsreaktion fein abzustimmen.
In Großbritannien wurde ein weiterer Prototyp auf öffentlichen Straßen getestet, wobei der Schwerpunkt auf der Dämpferkalibrierung lag. Aston Martin nutzt jede verfügbare Straßendaten, um die letzten Feinheiten auszubügeln und das Fahrerlebnis zu liefern, das Kunden von einer Marke mit diesem Kaliber erwarten.
Design trifft Funktion
Trotz seiner beeindruckenden Leistungsdaten hält sich der Valhalla im Design relativ zurück. Es gibt zwar aerodynamische Tricks, aber die Karosserie ist sauberer und fließender als die seines Bruders Valkyrie. Dieser Wagen geht es nicht um Schock und Ehrfurcht, sondern um Balance, Präzision und Zielstrebigkeit.
Aufgebaut auf einem Monocoque-Chassis aus Kohlefaser wiegt der Valhalla trockengewicht nur 1.654 kg, was angesichts des Hybridantriebs beeindruckend ist. Ein Pushrod-Fahrwerk, Kohlefaser-Keramikbremsen, adaptive Bilstein-Dämpfer und gestaffelte 20- und 21-Zoll-Räder runden ein Chassis ab, das für ernsthafte Leistung gebaut ist.
Blick in die Zukunft
Der Valhalla markiert auch einen bedeutenden Moment in der Evolution von Aston Martin. Es ist das erste Serienmodell der Marke mit einem mittig eingebauten Hybridmotor, das in Partnerschaft mit Red Bull Racing entwickelt und intern weiterentwickelt wurde. Während das ursprüngliche Konzept einen maßgeschneiderten V-6-Motor andeutete, übernimmt die Produktionsversion stattdessen die AMG-Power – ein kluger Schachzug für Leistung, Zuverlässigkeit und Verfeinerung.
Leider wurden die Ambitionen von Aston Martin, ein drittes Modell mit Mittelmotorkonzept auf Basis des Vanquish Vision Concept zu bauen, auf Eis gelegt. Der Name Vanquish lebt weiter, jedoch nur als Frontmotor-Grand-Tourer. Das macht den Valhalla umso besonderer – dieses Auto ist nicht nur ein Zwischenschritt zwischen dem Vantage und dem Valkyrie, sondern die einzigartige Mittelmotor-Zukunft der Marke.
Auch wenn es länger gedauert hat als erwartet, der Valhalla steht kurz vor seiner Einführung. Und mit der nahenden Produktion ist klar, dass Aston Martin etwas liefern möchte, das den Erwartungen gerecht wird – ein Hybrid-Hypercar, das die Seele der alten Schule und die Technologie der nächsten Generation vereint.